Rückblick auf „Marbach saniert“

Erfolgreicher Auftakt in der Schillerstadt: Rückblick auf die Pop-up-Ausstellungseröffnung „Marbach saniert“ am Samstag, 11. Oktober 2025

von Elke Bernhart

Wie lässt sich baukulturelles Erbe zeitgemäß und lebendig weiterentwickeln? Die Stadt Marbach am Neckar hat darauf eine beeindruckende Antwort gegeben. In einer starken Gemeinschaftsaktion luden das ehemalige Citymanagement und wir als denkmalnetzBW zur Pop-up-Ausstellung „Marbach saniert“ ein, die sich ganz dem Thema der Altstadtsanierung widmete. Das Besondere: Bei der feierlichen Eröffnung standen ausnahmsweise nicht die wertvollen musealen Inhalte der berühmten Altstadt im Fokus – sondern die historischen Gebäude selbst und ihre faszinierenden Sanierungsgeschichten.

Das baukulturelle Erbe baden-württembergischer Altstädte erfüllt eine wichtige gesellschaftliche Funktion: Es stärkt die Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrem Ort und schafft ein tiefes Gefühl von Heimat und Zuhause. Der Pflege und dem nachhaltigen Erhalt dieses Erbes hat sich die Stadt Marbach ebenso verschrieben wie der im Jahr 2024 gegründete landesweite Dachverband denkmalnetzBW. Um zu zeigen, wie historische Substanz zeitgemäß weiterentwickelt werden kann, initiierte das Marbacher Citymanagement in den letzten Wochen seines Bestehens diese gemeinsame Ausstellung.

Eine starke Allianz für die Marbacher Altstadt

Dass Denkmalschutz eine Gemeinschaftsaufgabe ist, zeigte sich in Marbach schon vor dem offiziellen Start. Für die Umsetzung der Ausstellung formierte sich eine breite Allianz aus lokalen Akteuren. Gleich vier bedeutende Partner brachten sich aktiv ein:

  • das ehemalige Citymanagement der Stadt Marbach am Neckar,
  • der Freundeskreis Fritz Genkinger e.V.,
  • der Schillerverein Marbach am Neckar e.V. und
  • der Tobias-Mayer-Verein e.V.

Gemeinsam mit dem denkmalnetzBW e.V. wurde so ein Programm auf die Beine gestellt, das die Sensibilität für den Erhalt des historischen Baubestands mitten in die Stadtgesellschaft trug.

Der Eröffnungstag: Wenn Wände Geschichten erzählen

Die gut besuchte Eröffnungsveranstaltung startete um 11:15 Uhr im geschichtsträchtigen Rathaus der Stadt Marbach am Neckar. Nach den einleitenden Grußworten von Bürgermeister Jan Trost und unserer 1. Vorsitzenden Barbara Saebel wartete ein außergewöhnlicher Rundgang auf die baukulturell interessierte Öffentlichkeit.

Der Weg führte die Teilnehmenden zu drei der insgesamt fünf renommierten Altstadtmuseen: dem Fritz Genkinger Kunsthaus, dem Tobias Mayer Museum und Schillers Geburtshaus. Vor Ort führten jedoch keine Kunsthistoriker durch die aktuellen Sammlungen. Stattdessen übernahmen die Vorsitzenden der jeweiligen Trägervereine das Wort und richteten den Blick der Besucher auf die Architektur. Sie erläuterten eindrücklich die individuelle Gebäudegeschichte, zeigten die baulichen Herausforderungen auf und erklärten, mit welchen spezifischen Sanierungsmaßnahmen diese Denkmale für die Zukunft gesichert und modernisiert werden konnten.

Unsere 1. Vorsitzende Barbara Saebel, betonte im Rahmen der Eröffnung die Bedeutung des Projekts:

„Baudenkmale machen unsere Geschichte hautnah erlebbar und sind damit wichtiger Bestandteil unserer lokalen Identität. Deshalb freut es mich, dass sich die Stadt Marbach am Neckar der Pflege und dem Erhalt dieses Erbes verschrieben hat. Als landesweiter Dachverband für Denkmalpflege und Denkmalschutz sind wir gerne Kooperationspartner der neuen Pop-up-Ausstellung, die erstmals gelungene Beispiele eines zeitgemäßen Denkmalerhalts in Marbach vorstellt. Ein ähnliches Ausstellungskonzept möchten wir künftig auch in anderen Kommunen im Land nutzen.“

Ein Modell mit Vorbildcharakter für ganz Baden-Württemberg

Die Pop-up-Ausstellung in Marbach hat eindrucksvoll bewiesen, wie das Konzept funktioniert: Es macht das gebaute Erbe sichtbar, vermittelt Fachwissen auf Augenhöhe und regt Kommunen sowie Privatleute dazu an, historische Substanz zu sanieren statt abzureißen. Für das denkmalnetzBW war Marbach dabei erst der Anfang. Das erfolgreiche Konzept soll als Blaupause dienen: Ein ähnlich flexibles Ausstellungskonzept möchte der Verein künftig auch in vielen anderen Kommunen im ganzen Land nutzen, um die Menschen vor Ort für den Denkmalschutz zu begeistern.

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